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11. September 2020

 

Toggenburg von der Spitalversorgung abgehängt

 

Die Regierung, die vorberatende Kommission des Kantonsrates und offenbar auch die Mehrheit der Fraktionen wollen das Spital Wattwil schliessen. Damit droht im Toggenburg ein Notstand in der medizinischen Grundversorgung.

 

«Das Spital Wattwil ist der Ankerbetrieb unserer Gesundheitsversorgung im Toggenburg. Ein solcher ist zwingend notwendig, um die medizinische Grundversorgung zu gewährleisten. Ohne diesen Anker laufen wir in einen Versorgungsnotstand rein», fasst Uwe Hauswirth, Präsident des Toggenburger Ärztevereins (TÄV), seine grosse Besorgnis zusammen.
 
Zu wenig Ärzte

«Wir wollen die uns zugedachte Rolle seriös wahrnehmen», betont Uwe Hauswirth. «Doch ohne den Erhalt eines stationären Angebots an Innerer Medizin und Altersmedizin am Spital Wattwil sehen wir uns ausserstande, die Verantwortung für die medizinische Versorgung im Toggenburg mitzutragen.» Er verweist auf die akute Hausarzt-Lücke, die sich in der Region abzeichnet und mit der Spitalschliessung verstärken wird: «Es ist bereits absehbar, dass bei uns 2029 nur noch 10 Hausärztinnen und -ärzte unter 65 Jahren tätig sind. Nur dank enger Zusammenarbeit mit dem Spital können wir die Grund- und Notfallversorgung für Bevölkerung, Arbeitnehmende und Tourismus heute noch sichern», erklärt Uwe Hauswirth. «Ohne Spital Wattwil geht das Fundament der Zusammenarbeit verloren.»
 
Weite Wege
Für Alois Gunzenreiner, Präsident der Region Toggenburg und Gemeindepräsident von Wattwil, ist nicht nachvollziehbar, weshalb die spezielle Situation der Region ausgeblendet wird: «Das Toggenburg ist sehr weitläufig und hat keine schnelle Hauptverkehrsverbindung. Ohne Spital Wattwil wird die Region mehrheitlich von der Spitalversorgung abgehängt. Es ist zutiefst irritierend, dass in einem solch zentralen Versorgungsthema sämtliche Lösungen aus der Region einfach ignoriert werden, obwohl man vor Ort wohl am besten beurteilen kann, wie die Versorgungslage aussieht. Unsere Partner stehen weiterhin für eine alternative Lösung in Kooperation mit dem Kanton zur Verfügung, ausgerichtet auf den Bedarf, auf Stärken und Kompetenzen vor Ort.»
 
Volksvermögen vernichten
Völlig unverständlich ist für Norbert Stieger, Vizepräsident des Fördervereins Regionalspital Toggenburg, dass der Kanton offenbar plant, dass das bereits in die Erneuerung des Spitals Wattwil investierte Volksvermögen vernichtet wird: «Nun wird das bereits für rund 60 Mio. Franken erneuerte Regionalspital verscherbelt und der grösste Arbeitgeber im Toggenburg einfach zerschlagen. Das kann doch nicht wahr sein!»

 

 

Initiative angekündigt – jetzt einschreiben!

Um sicherzustellen, dass – wie in der Kantonsverfassung festgeschrieben – die medizinische Versorgung auch in den Landregionen des Kantons gewährleistet ist, hat eine Gruppe besorgter Bürgerinnen und Bürger vom Land eine «Grundversorgungsinitiative» angekündigt. Dem Komitee gehören neben den drei ehemaligen Nationalräten Toni Brunner (SVP), Ebnat-Kappel, Jakob Büchler (CVP), Rufi-Maseltrangen, und Walter Müller (FDP), Azmoos, unter anderen die Nesslauer Gemeinderätin Andrea Abderhalden (FDP), der Gemeindepräsident von Pfäfers, Axel Zimmermann (FDP), der Wattwiler Unternehmer Ueli Weber, Robert Schönenberger, Präsident des Ärztevereins der Stadt St.Gallen, und Maria Kaiser-Dort (CVP), ehemalige Gemeinderätin Wattwil, an. Ebenfalls dem Komitee angehören Alois Gunzenreiner und Daniel Blatter, Präsident und Geschäftsführer der Region Toggenburg. Als Sprecher für das Komitee fungiert Uwe Hauswirth, Präsident des Toggenburger Ärztevereins (TÄV).

 

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